
TATIANA LANGER
Theaterpädagogin BuT
Ich habe versucht, das Beste aus meiner russischen Heimat mitzunehmen: die Liebe zu Wysozki, Meyerhold, Stanislawski, Brodski, Zwetaewa und anderen großartigen Künstlern. Im Laufe meines Studiums der Fremdsprachen an der pädagogischen Universität in Barnaul verliebte ich mich in Brecht. Diese Liebe verstärkte sich, als ich im Germanistik-Studium an der Uni Düsseldorf mehr und mehr in die Welt der Literatur und des Theaters der Avantgarde versank.
Theater begleitete mich seit meiner Kindheit. Als ich noch 5 war, zeigten mein Bruder Dmitri und ich unseren Eltern und Großeltern Puppentheaterstücke. Später kamen dazu Zirkusprogramme mit Akrobaten und Dresseuren. Ich war meistens die Dresseurin, und mein Bruder ein Tiger oder auch mal ein kleiner Hund. In der Schule rezitierte ich gerne Gedichte. In der ersten Klasse habe ich anstatt eines kleines Ausschnittes aus dem Märchen „Die schlafende Schöne und sieben Ritter“ von Puschkin das ganze Märchen im Unterricht auswendig erzählt. Das hat natürlich den Rahmen des Unterrichts gesprengt, aber die Lehrerin, ließ mich, gähnend, den Text komplett aufzusagen. Oder mal in der zweiten Klasse sang ich satirische politische Lieder von Wysozki als Gratulation zum Geburtstag für einen Klassenkameraden. Die Kinder haben natürlich den Liedertext kaum verstanden. Die Lehrerin stand aber rot da und wartete, bis ich endlich den letzten Refrain singe….. Es gab viele schulischen Auftritte, Szenen, Konzerte, Sketsche. Und in der 10. Klasse bekamen wir einen echten Regisseur für unsere Theatergruppe. Nach der Schule, schon in der Studienzeit, ließ mich Theater nicht mehr los. Ich reiste mit der Studenten-Theatergruppe „Der Schuh“ zu verschiedenen Theaterseminaren und nahm Schauspielunterricht und spielte gerne in Improvisationsstücken. Nach einer Intensivwoche in der Stadt Tomsk 1998 kam zu mir unser Regisseur David und sagte, dass ich Talent habe, und das ich unbedingt etwas Gutes im Sinne des Schauspielens aus mir machen soll. Dieser Satz ließ mich nie mehr los. Ich träumte nur noch vom Theater.
Als ich 2002 nach Deutschland kam, lernte ich Susanne Koch, Regisseurin und Theaterpädagogin aus Düsseldorf, kennen. Ich spielte in der Theatergruppe, die Susanne leitete. Zwischen 2005 und 2007 entstanden schöne studentische Inszenierungen „die Show ohne Grenzen“ und „Babotschka Blues“. 2006 spielte ich im Theaterprojekt von Michael Nocon „Die Republik der Träume“ im FFT in Düsseldorf. 2005 kamen ein paar kreativen Köpfe zusammen und gründeten einen gemeinnützigen Verein zur Förderung der osteuropäischen Kultur. Wir waren alle aktive Studenten, die die Welt durch die Kunst verbessern wollten. So entstand 2005 und 2006 das deutsch-russische Theaterfestival „Mask Off“. Als eine der Leiterinnen des Projektes lernte ich die Düsseldorfer Szene und viele renommierten russischen Theater kennen. Diese gewonnenen Beziehungen helfen mir auch jetzt in meiner Theaterarbeit.
2010 bis 2013 war die Phase, als ich einfach Geld verdient habe. Es hat sich so ergeben, dass ich mir das Brot in einem Unternehmen verdient habe, das Kugellager weltweit verkaufte. So wurde ich zur kreativsten Sales Managerin unseres Büros. Meine Theatertechniken und meine Spontaneität in Ideen und Endscheidungen haben mir geholfen, die Geschäfte mit unseren Kunden aus Osteuropa, Großbritannien und Amerika erfolgreich zu führen. Es war eine anstrengende, aber auch eine schöne Zeit, an die ich mich jetzt lächelnd erinnere. Meine Kugellagerarbeit ermöglichte mir, parallel die Ausbildung zur Theaterpädagogin anzufangen. 2013 brachte ich meinen Sohn zur Welt und entschloss, mein Leben komplett zu verändern. So wurde ich Mutter und gleich Theaterpädagogin. Im Februar 2014 bekam ich endlich mein Zertifikat „Theaterpädagogin“. Im November 2015 endete meine Aufbau-Fortbildung für Theaterpädagogik BuT. Seit 2011 arbeite ich aktiv an vielen Theaterprojekten für verschiedene Altersgruppen und Erfahrungsstufen. Meine Suche nach Neuem und meine Lust an Experimenten endet nie.
KÜNSTLERISCHES VITA
THEATERPROJEKTE
ab 03/2016 Märchenwerkstatt an der Friedrich-Fröbel-Schule in Langenfeld
11/2014 – 06/2015 Theater und Sprachförderung für Kinder von 5-6 Jahren,
Kindertagesstätte „Lummerland“, Meerbusch
11/2014 – 07/2015 Lachyoga für Kinder von 3-6 Jahren, Theaterprojekt für Vorschulkinder
Kindertagesstätte „Am Sonnengarten“, Meerbusch
07/2014- aktuell Regelmäßige Yoga-Impro-Workshops „5 Naturelemente in uns“ in Kooperation mit „Yoagna“ Yoga-Studio, Duisburg
Konzeption, Organisation, Leitung des Improtheater-Teils
4/08/2014 Improvisationstheater-Workshop für Jugendliche im Camp Assur 2014 in Kirchberg, organisiert vom Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa e.V.
15/05/2014 Lach-Yoga-Reihe für Young Experts
im Rahmen des Westwind- Theaterfestivals in Essen
18.-21/07/2014 Theaterkurs für Kinder von 6 bis 9 Jahre im Rahmen der Familienakademie in Duderstadt, organisiert vom Jugendverband JunOst e.V.
12/2012 – 12/2013 Freie Theatergruppe „Eintritt frei“, Düsseldorf
Leiterin und Regisseurin
06/2005 – 12/2006 Festival der osteuropäischen Kultur „Mask Off“, Düsseldorf/Bochum, organisiert vom Bunt International e.V. Düsseldorf
Projektkoordinatorin
05-07/2004 Landesförderprogramm „Sprachkurse an Grundschulen zur Förderung von
02-07/2005 Kindern aus Migrantenfamilien in Deutsch“, Düsseldorf
02-07/2006 Deutschlehrerin
09/2002 – 12/2007 Verein „Vergissmeinnicht“ (Deutsche Jugend aus Osteuropa)
und Bunt International e.V. Düsseldorf
Betreuerin der Kultur-und Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche, Theaterpädagogin
06/1999 – 06/2002 Zentrum der Deutschen Gesellschaft für die Technische Zusammenarbeit (GTZ) Barnaul, Russland
Dozentin für Theater und Improvisation (in Deutsch)
STUDIUM
03/2012 – 11/2015 Akademie Off-Theater, Neuss
Grundlagenfortbildung + Aufbaufortbildung als Theaterpädagogin BuT
04/2003 – 10/2008 Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Germanistik / Anglistik, Abschluss: Magistra Artium
10/1997 – 02/2002 Staatliche Pädagogische Universität Barnaul
Lehramt: Deutsch und Englisch, Abschluss: Diplom
Hinterlasse einen Kommentar